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Emissionsfreie Stallarbeit mit dem Tesla der Landmaschinen

Die Rehmus GmbH möchte zur emissionsfreien, nachhaltigen Landwirtschaft beitragen. Mit Hilfe der Förderung durch die IFB Hamburg und ihrer Tochter IFB Innovationsstarter GmbH konnte sie den Prototypen ihres eSpreaders, ein elektronisch betriebenes Fahrzeug zur Strohausbringung in Putenställen, fertigstellen.

Er gehört zur romantischen Vorstellung vom Landleben dazu: der Traktor. Besonders umweltfreundlich ist er jedoch nicht, denn zu den beliebtesten Antrieben für Traktoren zählt aufgrund seiner Leistungsstärke der Dieselmotor. Dabei gibt es längst Lösungen, die ohne Lärm und Abgase auskommen. Insbesondere bei der Hof- und Stallarbeit werden zunehmend elektronisch betriebene Fahrzeuge eingesetzt. Sie bieten zahlreiche Vorteile für die Landwirte: Batterie-elektrisch betriebene Maschinen sind unter anderem verschleißarm, leicht zu bedienen, leise und emissionsfrei. Laut einer Prognose der Boston Consulting Group wird ihr Anteil an neu zugelassenen Landmaschinen in Europa bis zum Jahr 2030 auf knapp ein Drittel steigen.

Traktoren im Stall – keine gute Idee

„Insbesondere in der Putenzucht sind elektrisch betriebene Maschinen sinnvoll – nicht nur ökonomisch, sondern auch für das Tierwohl“, so Julian-Christoph Huss, Mitgründer der Rehmus GmbH. Zurzeit werden 50 Millionen Puten in mehr als 10.000 Ställen in ganz Europa aufgezogen. Um gesund zu bleiben, benötigen sie zwei- bis dreimal wöchentlich frisches, trockenes, kurzes Stroh. Das Ausbringen erfolgt bislang überwiegend entweder durch Traktoren mit Verbrennungsmotor oder mühsam per Hand. Die Nachteile des Traktoreinsatzes: Er ist laut, was die geräuschsensiblen Tiere stört, und er erzeugt schädliche Abgase. Außerdem kommt es zu einer hohen Staubbelastung im Stall. Auch die Verbreitung von Krankheiten wie der Vogelgrippe kann durch kontaminierte Maschinen gefördert werden. Die Alternative, das Verteilen des Strohs durch menschliche Arbeitskräfte, ist eine körperlich anstrengende Tätigkeit, für die immer schwieriger Mitarbeiter gewonnen werden können.

Der Einsatz des eSpreaders ist nicht nur ökologisch sinnvoll

Daniel Münch und Julian-Christoph Huss wollen eine neue Lösung etablieren. Die beiden Ingenieure gründeten 2018 die Rehmus GmbH, um den Markt für batterie-elektrisch betriebene Fahrzeuge zu revolutionieren. Ihre Idee: die Konzeption einer modularen Landmaschine mit Elektroantrieb. „Mit dem eSpreader haben wir zunächst eine Komponente speziell für den Einsatz in Putenställen entwickelt. Unsere emissionsfreie, intelligente und hocheffiziente Lösung wurde gemeinsam mit Pilotbetrieben konzipiert und bietet großes Potenzial“, so Daniel Münch, Mitgründer der Rehmus GmbH.

Die Vorteile des eSpreaders: Er ist zum einen ökologisch. So erzeugt er durch den Elektroantrieb keine Abgasemissionen. Auch die Lärmemissionen sind deutlich reduziert gegenüber Traktoren mit Verbrennungsmotor – was auch den Tieren zu Gute kommt. Ebenfalls zum Tierwohl trägt das integrierte Reifen-Desinfektionssystem bei, wodurch Kontaminationen des Fahrzeugs entfallen. Das patentierte Strohschneidesystem führt zu minimaler Staubbildung, das gleichmäßige Strohverteilungsmuster zur Vermeidung feuchter Stellen.

Zum anderen rechnet sich der eSpreader aber auch wirtschaftlich. Im Vergleich zu konventioneller Technologie liegen die Gesamtbetriebskosten um 30 Prozent niedriger. „Die Energieeffizienz liegt bei etwa 87 Prozent – das heißt, so viel Energie wird für den tatsächlichen Einsatzzweck aufgewendet. Bei herkömmlichen Traktoren liegt die Energieeffizienz bei rund 27 Prozent“, erläutert Daniel Münch. Der eSpreader kann von nur einer Person bedient werden, das spart Personalkosten.

Illustration des Rehmus eSpreaders

Modulares System geplant

Interessant für Käufer ist auch der geplante Ausbau des Konzepts: „Wir wollen weiter expandieren und planen im nächsten Schritt weitere Ergänzungen für das Basisfahrzeug“, so Julian-Christoph Huss. Konkret werden ein Futtermischer, ein Tiertransporter, ein Pritschen- sowie ein Werkstattwagen angestrebt. „Mit unserem modularen System sollen am Ende vielfältige Tätigkeiten in der Landwirtschaft ausgeführt werden können – ökologisch sauber und ökonomisch günstig“, sagt Daniel Münch.

Förderung über das InnoRampUp-Programm

Die IFB Hamburg förderte die Entwicklung des eSpreaders mit Zuschüssen im Rahmen des InnoRampUp-Programms der Tochtergesellschaft IFB Innovationsstarter GmbH. Mit diesem Angebot werden insbesondere technologiebasierte innovative Gründungen unterstützt. Beantragt werden können Zuschüsse bis zu 150.000 Euro. Voraussetzungen: Das Unternehmen muss jünger als zwei Jahre sein und seinen Sitz in Hamburg haben. Und natürlich sollte die Idee überzeugen. Startups mit einem wirtschaftlich aussichtsreichen, innovativen Geschäftsmodell sind besonders interessant, wenn sie zudem zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele beitragen – wie die Rehmus GmbH.

Kontakt und weitere Informationen:

Kristoph Siemens, IFB Innovationsstarter GmbH: siemens@innovationsstarter.com

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