Queeren Menschen ein angstfreies Coming-out zu erleichtern, ist die Mission des gemeinnützigen Startups WELCOMING OUT. Erreicht wird dies unter anderem durch Bildungsangebote für Unternehmen, deren Entwicklung durch die IFB Hamburg gefördert wurde.
Welcoming out-Gründungsteam Vanessa Lamm und Markus Hoppe
Das Symbol steht für Offenheit und setzt ein Signal. Es zeigt zwei sich umarmende Menschen in Verbindung mit dem Schriftzug „WELCOMING OUT“, ein Wortspiel aus „welcome“ und „Coming-out“. Das Startup verteilt es kostenlos als Button und Aufkleber, auch digital kann es etwa als E-Mail-Signatur verwendet werden. „Wer unser Symbol nutzt, der heißt queere Menschen willkommen, der lädt sie zu angstfreiem Coming-out ein“, sagt Markus Hoppe, Geschäftsführer des gemeinnützigen Unternehmens. „Für viele ist das nur eine kleine Geste, aber für queere Menschen kann das eine total große Sache sein.“
Ein sichtbares Symbol zu schaffen, das möglichst breit in die Gesellschaft hineinwirkt und damit die Lebenssituation queerer Menschen verbessert, darum ging es Hoppe und seiner Mitgründerin Vanessa Lamm. „Viele haben eine offene Haltung gegenüber queeren Menschen. Als queere Person merke ich das aber nicht unbedingt“, erläutert Hoppe. Durch das Symbol machen die Nutzenden ihre Haltung sichtbar, es wirkt proaktiv, nimmt Ängste.
Und es kommt an. Viele Einzelpersonen, Vereine und Organisationen unterstützen die 2021 gegründete Initiative. Zu diesen sogenannten „PATRONS“ zählen Unternehmen wie Beiersdorf, OTTO, Airbus, der HSV oder die Feuerwehr Hamburg. 80 Einrichtungen sind es inzwischen, die zur Verbreitung des Symbols beitragen und das Startup auch finanziell unterstützen.
Zunächst vor allem für die PATRONS hat das Startup Bildungsangebote zu Themen geschlechtlicher und sexueller Vielfalt entwickelt – und sie mithilfe der Förderung durch die IFB Hamburg ausgebaut. In verschiedenen Formaten wird Wissen vermittelt, Bewusstsein für die Lebensrealitäten queerer Menschen geschaffen und Handlungskompetenzen vermittelt. Vom wirtschaftlichen Mehrwert dieser Angebote für Unternehmen ist Hoppe überzeugt. „Im Wettbewerb um gute Leute fällt es queerfreundlichen Unternehmen naturgemäß leichter, queere Menschen zu rekrutieren.“ Die Bindung queerer Mitarbeitender ans Unternehmen verbessert sich, zudem sind queere Menschen eine kaufkräftige Zielgruppe.
Mit rund 100.000 Euro aus dem Programm PROFI Impuls #UpdateHamburg hat die IFB Hamburg WELCOMING OUT gefördert. Das Programm unterstützt innovative Projekte, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, Hamburg als lebenswerte Stadt für alle zu stärken – sei es im Bereich Umwelt und Klima, soziale Teilhabe, Gesundheit oder Bildung.
CSD-Wagen von Welcoming out
WELCOMING OUT hat die im Herbst 2025 ausgelaufene Förderung genutzt, um die Bildungsangebote zu entwickeln, zu erproben und zu professionalisieren. Auf inzwischen fünf Mitarbeitende ist das Startup angewachsen, das mit den Ausbau der kostenpflichtigen Angebote auch unabhängiger vom Sponsoring und öffentlicher Förderung werden will und auf weiteres Wachstum setzt. So soll die Zahl der PATRONS auf 100 ansteigen.
Rund 80.000 Buttons hat das mehrfach ausgezeichnete Startup in Hamburg verteilt und ist damit zu einer Marke geworden, die die Sichtbarkeit und die Anliegen queerer Menschen, die laut Hoppe etwa zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen, verbessert. „Etwa jede fünfte Person in Hamburg hat schon mal von WELCOMING OUT gehört“, sagt Markus Hoppe. „Unsere Idee und unser Konzept verfangen.“