Ob Einkaufen, Kochen, Wäschewaschen oder auch Begleitung zum Arzt: Mission Viviendo Haushaltshilfe unterstützt nicht nur Ältere dabei, ihren Alltag zu bewältigen. Die IFB Hamburg fördert das junge, ambitionierte Unternehmen mit dem Hamburg-Kredit Mikro.
Vermutlich hätte es ohne ihre Schwiegermutter Viviendo nie gegeben. In Peru, der Heimat von Pamela Bellido, kümmert sich die Familie um kränkelnde Angehörige, meist leben mehrere Generationen unter einem Dach. Als sie vor zwei Jahren der Liebe wegen nach Hamburg kam, merkte sie schnell: Hier ist das anders.
Ihre Schwiegermutter lebte allein, sie brauchte keine Pflege, aber Hilfe im Alltag. Zum Putzen, Einkaufen, Kochen, für Botengänge. „Uns war es wichtig, eine Person zu finden, die ihr helfen kann“, erzählt die Gründerin. Bei der Recherche merkten sie schnell, dass es für diese Art der Unterstützung nicht wirklich ein Angebot gibt. Warum es nicht selbst anbieten? So entstand die Idee zur Gründung.
Pamela Bellido, Gründerin von Mission Viviendo Hamburg
Nicht nur Ältere, sondern auch Menschen, die aufgrund einer Operation, einer längeren Krankheit, während der Schwangerschaft oder nach der Entbindung Hilfe im Haushalt benötigen, zählen zur Zielgruppe von Viviendo, was auf Spanisch „Leben“ bedeutet. Die Lebensqualität ihrer Kundinnen und Kunden zu verbessern, darum geht es ihr. „Viele wissen gar nicht, dass die Krankenkassen oft die Kosten übernehmen“, sagt Pamela Bellido. Auch die Beratung und Hilfestellung bei der Abrechnung mit den Kassen sind Teil ihrer Dienstleistungen, zu denen aber nicht die Pflege am Menschen gehört.
Einfach war der Weg zum eigenen Unternehmen für die engagierte, dynamische Frau, die mehr als ein Jahrzehnt als Führungskraft im Personalwesen von Bildungsunternehmen gearbeitet hat, nicht. Da gab es trotz sehr guter Deutschkenntnisse Sprachhürden zu überwinden, am meisten überrascht aber hat sie das Ausmaß der Bürokratie, die komplizierten Abrechnungsprozesse und vor allem der geringe Grad der Digitalisierung. „In Peru“, sagt sie lachend, „benutzen wir kein Fax mehr!“
Doch sie bekam auch viel Unterstützung, etwa von der Handelskammer und der IFB Hamburg. „Sie haben mein Konzept verstanden und für gut befunden. Ohne die IFB Hamburg hätte ich mein Unternehmen nicht gründen können.“ Gefördert wird Viviendo aus dem Hamburg-Kredit Mikro. Mit maximal 40.000 Euro unterstützt das Programm kleine Unternehmen, Selbstständige und Angehörige freier Berufe mit zinsgünstigen Darlehen für Investitions- und Betriebsmittel.
Die Förderung hat sie unter anderem in die Miete, in die Ausstattung ihrer Mitarbeitenden und für deren Schulungen investiert. Per Flyer, Website und digitalem Marketing macht sie auf Viviendo aufmerksam. „Am effektivsten ist die Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn man gute Dienste anbietet, spricht sich das schnell rum“, so ihre Erfahrung.
„Für mich war es sehr wichtig, dass es von Anfang an gut läuft“, meint Pamela Bellido. Und das tut es, an Kundinnen und Kunden mangelt es dem erst im November 2025 gegründeten Unternehmen nicht. Und angesichts der alternden Gesellschaft und der Vereinzelung wird sich der Kundenkreis eher vergrößern. In die Digitalisierung ihrer Abläufe will die Jungunternehmerin als Nächstes investieren. Und irgendwann will sie auch in Regionen außerhalb von Hamburg expandieren: „Ich bin von unserem Konzept total überzeugt.“