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Routinen für ein gesundes Herz

Das Startup „Mio Health“ hilft Menschen mit seiner App, nach überstandenem Herzinfarkt einen gesunden Lebensstil zu entwickeln. Unterstützt von der IFB Hamburg und ihrer Tochtergesellschaft, der IFB Innovationstarter GmbH, füllt das digitale Nachsorgeprogramm eine medizinische Lücke. 

App auf Rezept: Mio Health entwickelt ein individualisiertes Gesundheitsprogramm für Patientinnen und Patienten.

An Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben weltweit die meisten Menschen und beinahe hätte Christoph Schubert zu ihnen gezählt. Nach seinem überstandenen Herzinfarkt suchte die Familie nach therapeutischen Maßnahmen über eine kardiologische Reha hinaus  – und wurde nicht fündig. „So sind wir auf die Idee von Mio Health gekommen“, erzählt Max Schubert, einer der Co-Gründer. „Mein Vater war auch unser erster Nutzer.“

Die Akutversorgung bei Herzinfarkten in deutschen Krankenhäusern ist hervorragend, eine systematische, langfristige Begleitung der Erkrankten existiert jedoch nicht. „Das kommt viel zu kurz, dafür haben die Ärzte kaum Zeit“, sagt Schubert. Hier setzt Mio Health an: Die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern, ihre Gesundheit bestmöglich zu erhalten, das ist das Ziel. Schon kleine Änderungen der Verhaltensweisen, so Schubert, könnten das Risiko eines Herz- und Reinfarkts in nur sechs Monaten um bis zu 50 Prozent reduzieren.

Was aber ist gut fürs Herz? Die App ermittelt anhand eines Fragebogens die persönlichen Risikofaktoren und entwickelt auf Basis dieser Angaben ein individualisiertes Gesundheitsprogramm. Das besteht etwa aus Empfehlungen für eine bessere Ernährung, Übungen zum Stressabbau oder zum Bewegungstraining. Dabei orientieren sich die Maßnahmen an kardiologischen Leitlinien und etablierten Maßnahmen der Verhaltensänderung. „Wir wollen helfen, neue, herzgesunde Routinen zu entwickeln und in den Alltag zu integrieren,“ meint Schubert. „Jeden Tag eine Viertelstunde reicht schon aus.“

Die App Mio Health soll Betroffene dabei unterstützen, neue, herzgesunde Routinen zu entwickeln.

Im April 2022 gründete Schubert, der in Hamburg Wirtschaftsingenieurswesen studiert hat und in Berlin einen Master in Wirtschaftsinformatik folgen ließ, gemeinsam mit zwei Freunden das Start-up. Wenig später nahmen sie die erste große Hürde: Als erste digitale Nachsorge in der Kardiologie wurde Mio Health gemäß der europäischen Medizinproduktverordnung mit CE gekennzeichnet. Diese Kennung garantiert hohe qualitative und medizinische Standards. „Man kann eine Gesundheits-App nicht einfach in den App-Store stellen und los geht’s“ erläutert Schubert. „Schon zum Schutz der Patienten muss man den medizinischen Nutzen detailliert darstellen.“

Unterstützt wurde das inzwischen fünfköpfige Team zunächst von der Freien Universität Berlin und vom EXIST-Gründerstipendium des Bundeministeriums für Wirtschaft und Energie. Eine Anschlussförderung erhielt Mio Health über das Programm InnoFounder der IFB Hamburg und ihrer Tochtergesellschaft, der IFB Innovationstarter GmbH. Es fördert innovative Start-ups bis zu einem Jahr nach ihrer Gründung mit einem Betrag von maximal 75.000 Euro und einem Zuschuss von 2.500 Euro pro Person bei Vollzeittätigkeit für einen Zeitraum von maximal 18 Monaten. „Das Verfahren ist super unkompliziert, der Kontakt zur IFB war von Anfang an extrem gut“, meint Schubert. „Durch die Förderung können wir uns auf unser Projekt konzentrieren. Dafür sind wir sehr dankbar.“

Im nächsten Schritt geht es darum, die App zugänglicher zu machen und weiter zu verbreiten. So kooperiert das Start-up etwa mit der Klinik Kitzinger Land. Patientinnen und Patienten können sie kostenlos im Rahmen einer Studie testen oder als Selbstzahler nutzen. Das große Ziel aber ist die Zulassung durch die Krankenkassen, als App auf Rezept. Wie ein x-beliebiges Medikament könnte Mio Health dann von den Ärztinnen und Ärzten verschrieben werden. 

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Bild Credits:

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