Dank der IFB-Förderung konnte die bgfg das hier abgebildete Neubau-Projekt umsetzen.

In Rothenburgsort errichtete die Baugenossenschaft freier Gewerkschaften (bgfg) in den 1920er-Jahren eine ihrer ersten Wohnanlagen. 100 Jahre später entstehen auf demselben Areal in mehreren Bauabschnitten 408 Wohnungen, gefördert von der IFB Hamburg.

Porzellan, Balkenreste, Regenrinnen: Manchmal tauchen bei den Erdarbeiten noch Zeugnisse aus alten Zeiten auf. Auf Abbruchtrümmern der alten Wohnbebauung der Speicherstadt entstand die erste Wohnanlage der bgfg, 279 Wohnungen, gebaut in nicht einmal 24 Monaten in den turbulenten Zeiten der Weimarer Republik. Den Zweiten Weltkrieg überlebten sie nicht. Die in den 1950er-Jahren auf dem Gelände errichteten Gebäude wurden schon durch die Sturmflut 1962 beschädigt, für den Neubau mussten sie nun weichen. „Eine Sanierung hätte sich einfach nicht gelohnt“, sagt bgfg-Vorstand Peter Kay.

Ein Großprojekt mit mehreren Bauabschnitten – vier von sechs sind bereits vollendet.

Ein Großprojekt mit mehreren Bauabschnitten – vier von sechs sind bereits vollendet.

Zwischen Markmannstraße und Vierländer Damm wächst nun ein Quartier, das sowohl für die bgfg als auch für Rothenburgsort eines der größten Wohnungsbauprojekte ist. Vier der sechs Bauabschnitte sind bereits vollendet, der fünfte folgt im Sommer. Im Gegensatz zu der früheren Blockrandbebauung entstanden mit aufgebrochener Blockstruktur Höfe mit Grünflächen in der Mitte. Kleine Gewerbeflächen, Spielplatz, ein Verwaltungsbüro sowie ein Quartierstreff runden das Quartier ab. Angestrebt war eine modulare Bauweise, die aufgrund neuer technischer Regelungen jedoch nur begrenzt umgesetzt werden konnte.

Im Durchschnitt 68 Quadratmeter sind die Wohnungen mit ihren zeitgemäßen Grundrissen groß. Ausgestattet sind sie mit Einbauküche, Fußbodenheizung sowie automatischer Lüftungsanlage und modernem Schallschutz. Dank entsprechender Dämmung und aktueller Heizsysteme erfüllen die vier- bis sechsgeschossigen Häuser den Effizienzhaus-55-Standard.

125 Mio. Euro investiert die bgfg in das Quartier. Die Kaltmiete beträgt 7,25 Euro pro Quadratmeter. Angesichts der Steigerung der Baukosten um 20 Prozent in wenigen Jahren und der Beschränkung der Miethöhe ist es für die Genossenschaft kein leichtes Unterfangen, ihren Mitgliedern sozialverträglichen preiswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. „Ohne die Fördermittel der IFB Hamburg geht es nicht. Frei finanziert hätten wir für die ersten Bauabschnitte 16 oder 17 Euro netto kalt gebraucht und heute mehr als 22 Euro. Die Förderung ist einfach sensationell“, findet Kay. 

Der Neubau der bgfg fügt sich gut ins Stadtbild ein.

Sozialverträglicher Wohnraum für ihre Mitglieder: Dank der Förderung konnte die bgfg das Projekt umsetzen.

Sie umfasst im 1. Förderweg für den Mietwohnungsneubau zinsverbilligte Darlehen seit 2026 mit einem Anfangszinssatz von 1,25 Prozent über einen Zeitraum von 30 Jahren, Baukostenzuschüsse und laufende Zuschüsse. Die Mietpreis- und Belegungsbindung beträgt ebenfalls 30 Jahre. Zudem hat die bgfg die Förderung zum Bau von Aufzügen, von Kfz- und Fahrradstellplätzen sowie zur Nutzung von nachhaltigen Dämmstoffen und von Vollstein in Anspruch genommen. Sämtliche Mietwohnungen des Projekts in Rothenburgsort sind gefördert. 

„Wir tragen zur sozialen Stabilisierung und Aufwertung des Stadtteils bei“, meint Kay. Nur zehn Minuten vom Hauptbahnhof entfernt und am „Anfang der Hafencity“ gelegen, wie er es formuliert, ist er vom Potenzial von Rothenburgsort überzeugt. 2028 soll der letzte Bauabschnitt abgeschlossen sein. Er orientiert sich an den kostengünstigen Regelungen für den Bau im HamburgStandard und sieht erstmals Laubengänge vor statt teurer 
Sicherheitstreppenhäuser. „Das wird eine super Architektur“, ist sich Peter Kay sicher.