Spot on – mit den neuen LED-Leuchten glänzt die Produktion „Tschüssikowski“ umso mehr.

An Energie gespart, an Gestaltungsspielraum gewonnen: Die Umstellung der Bühnenbeleuchtung auf LED-Technik war für das Schmidt Theater an der Reeperbahn aus mehreren Gründen vorteilhaft. Gefördert wurde die Maßnahme mit dem Programm Unternehmen für Ressourcenschutz der IFB Hamburg.

Rote Sitze und Sofas, plüschiges Ambiente, Verzehr ausdrücklich erwünscht: Wer im Schmidt Theater eine Aufführung besucht, fühlt sich in die 50er-Jahre des vergangenen Jahrtausends versetzt – obwohl das Gebäude mit seiner markanten Glasfassade aus dem Jahr 2005 stammt. Die Volksbühne an der Reeperbahn mit ihren heute 423 Plätzen ist die Keimzelle des erfolgreichsten Privattheaters in Deutschland, zu dem auch das benachbarte Schmidts Tivoli und das Schmidtchen gehören. 

Ins richtige Licht gesetzt mit der neuen Beleuchtung: Bühnenbild von „Die Königs schenken nach!“

Ins richtige Licht gesetzt mit der neuen Beleuchtung: „Die Königs schenken nach!“

Nicht aus den 1950er-Jahren, aber doch in die Jahre gekommen, waren die Bühnenscheinwerfer des Theaters, die zum Höhepunkt der Saison bis zu drei Vorstellungen am Tag ins richtige Theaterlicht setzen. „90 Prozent der Energie, die man da reinsteckte, wurden in Wärme umgewandelt, nur zehn Prozent in Licht“, erläutert Max Latuska, Leiter Veranstaltungstechnik. „Bei LED-Leuchten ist es umgekehrt.“ Was also lag näher als die Umstellung?

„Unseren Stromverbrauch zu reduzieren und mehr Nachhaltigkeit zu erreichen waren wichtige Gründe für die Maßnahme“, sagt Geschäftsführer Hannes Vater. Energie einzusparen ist spätestens seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs ein Thema für das Theater. Minus 20 Prozent lautete damals die Zielsetzung des Betriebs, der zu 100 Prozent auf Ökostrom setzt. Aber natürlich muss sich eine Investition wie die in die Beleuchtung auch rechnen. „Wir sind schließlich ein komplett unsubventioniertes Privattheater“, so Hannes Vater. 

Freiwillige Investitionsvorhaben, die Einsparpotenziale von Energie, Wasser oder Rohstoffen erschließen und zu einer Umweltentlastung führen, fördert die IFB Hamburg mit dem Programm Unternehmen für Ressourcenschutz (UfR). Pro vermiedener Tonne Kohlendioxid, Material oder Wasser wird ein Zuschuss gezahlt, im Fall des Schmidt Theaters machte er etwa ein Viertel der 31.000 Euro aus, die das Unternehmen in die neuen Scheinwerfer investierte. Um jährlich knapp 23.000 Kilowattstunden reduzierte sich die Stromrechnung, 9,5 Tonnen an CO2-Emissionen werden vermieden. „Es ist toll, dass es die Förderung gibt. Wir haben sie sehr gern genutzt“, sagt Hannes Vater. 

50 konventionelle PAR-Schweinwerfer ersetzte das Unternehmen durch 20 LED-Leuchter, angebracht sind sie an zwei begehbaren Beleuchterbrücken über der Bühne und an einer Seitenbühne. „Wir haben jetzt weniger Geräte, die weniger gewartet werden müssen, die einen geringeren Stromverbrauch haben, aber mehr Möglichkeiten bei der Beleuchtung bieten“, sagt Max Latuska. Denn anders als bei ihren Vorgängern sind die Köpfe der neuen Scheinwerfer beweglich. „So kann man ganz andere Effekte erzielen“, erzählt Latuska.