Für rund 2,5 Mio. Euro hat die Wichern Bau- und Betreuungsgesellschaft ihren Wohnblock Dreistücken 2–8 in Winterhude umfassend saniert. Unterstützt wurden die Baumaßnahmen aus dem Programm Energetische Modernisierung von Mietwohnungen (Mod. A) der IFB Hamburg sowie von der KfW.
Dass die Wichern Baugesellschaft ein Hoffnungsort in Hamburg ist, dürften tatsächlich viele ihrer Mieterinnen und Mieter so empfinden. Das Tochterunternehmen des Vereins „hoffnungsorte hamburg“, Träger zahlreicher sozialer Einrichtungen, beherbergt viele von ihnen. Dazu zählen beispielsweise das Herz As, Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen, oder das westend open.med in Wilhelmsburg, das Menschen ohne Krankenversicherung Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht. „Wir sind“, sagt Geschäftsführer Christian Barthel, „einmalig in Hamburg.“
Benannt nach dem Sozialreformer Johann Hinrich Wichern, Gründer der diakonischen Stiftung „Das Rauhe Haus“, verfügt die Baugesellschaft über rund 2.000 Wohnungen in Hamburg, davon sind rund ein Drittel öffentlich gefördert, die anderen frei finanziert. Mit einer durchschnittlichen Miete von 7,98 Euro trägt sie ähnlich wie Baugenossenschaften zu bezahlbarem Wohnen in Hamburg bei.
Die Backsteinoptik der Fassade konnte bei der Modernisierung erhalten bleiben.
Zum Bestand gehört auch Dreistücken 2–8 im Quartier am Braamkamp unweit des Stadtparks. Errichtet im Jahr 1931, war der Block mit seinen 48 Wohnungen eines der ersten großen Bauvorhaben der 1927 gegründeten Baugesellschaft. Unterstützt vom Architekturbüro Stüven Bauplanung + Bauberatung führte die Wichern Baugesellschaft eine umfassende Modernisierung des Komplexes durch.
Die Fenster, Haus- und Hoftüren wurden ausgetauscht, die Fassade wurde mit Mineralwolle gedämmt und teilweise mit Riemchen verklinkert. Auch der Keller und das Dach erhielten eine Dämmung. Gespeist per Fernwärme wurde die Heizungsanlage auf Niedertemperaturtechnik umgestellt, die Balkone wurden saniert bzw. neu gebaut. Über gut zwei Jahre zogen sich die Arbeiten. Das Resultat kann sich sehen lassen, nicht nur optisch. Der Heizwärmebedarf reduzierte sich von 114,6 auf jährlich 40,9 Kilowattstunden pro Quadratmeter, der Jahresendenergiebedarf von 159 auf jährlich 61,8 Kilowattstunden.
Rund 2,5 Mio. Euro investierte die Wichern Baugesellschaft in die Baumaßnahmen. Mit knapp 168.000 Euro unterstützte die IFB Hamburg das Projekt. Das Geld stammt aus dem Programm Energetische Modernisierung von Mietwohnungen (Mod. A). Modular aufgebaut, wurde die Förderung als Zuschuss mit einem festen Satz je eingesparter Kilowattstunde Endenergiebedarf plus eingesparter Kilowattstunde Heizwärmebedarf gewährt, zuzüglich eines ergänzenden Zuschusses für die eingebauten Klinkerriemchen zum Erhalt der Backsteinoptik der Fassade. Seit Anfang 2025 wird die Förderung je Quadratmeter Wohnfläche und erreichter energetischer Stufe gewährt und kann durch frei wählbare Module ergänzt werden.
Enorm wichtig sei die Förderung, meint Christian Barthel. „Wir sind auf sie als Finanzierungsbaustein angewiesen.“ Und sie werde immer wichtiger, denn die Baukosten seien in den letzten Jahren „durch die Decke gegangen“, wie er sagt. Die Mieten hätten sich aber kaum erhöht. „Wir wollen bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen, doch die Schere geht immer weiter auseinander.“
Die Mieterinnen und Mieter im Wohnblock Dreistücken 2–8 können sich über konstante Mieten freuen, denn diese werden trotz der Modernisierung nicht erhöht. Das wird vermutlich auch bei den Nachbarn in Fiefstücken 15–21 so sein. Diesen Block plant die Wichern Bauund Betreuungsgesellschaft ebenfalls zu modernisieren.