Das Trinitatis-Quartier von oben

Von Kita und Sozialwohnungen über Café und Pilgerherberge bis hin zu Wohnraum für ehemals wohnungslose Menschen: Gefördert aus verschiedenen Wohnungsbauprogrammen der IFB Hamburg bringt das Trinitatis Quartier rund um die Altonaer Hauptkirche ganz unterschiedliche Menschen zusammen – und haucht einem gebeutelten Standort neues Leben ein. 

Dass oberhalb des Fischmarktes einst das historische Stadtzentrum Altonas war, wissen die wenigsten. Von der quirligen Altstadt des Stadtteils überlebte den Zweiten Weltkrieg nur die Hauptkirche St. Trinitatis. Die Nachkriegsbebauung isolierte Kirche und Gemeindehaus an der Königstraße weiter. Wo jahrelang Brache war, ist mit dem Trinitatis Quartier nun ein lebendiger Begegnungsort entstanden. 

Gebäude des Trinitatis Quartier direkt neben der Altonaer Hauptkirche


Locker und durchlässig ist das Ensemble aus fünf Gebäuden, offene Wege binden es in den Grünzug ein und verbinden damit Altona und St. Pauli. „Die Häuser stehen wie Skulpturen in diesem Park und schaffen eine fast dörfliche Atmosphäre mit einem Platz und einem Bistro“, sagt Kris Heitmann vom Bauwerk Kirchliche Immobilien. Zugleich rückt die Kirche wieder stärker ins öffentliche Leben. „Die Häuser schärfen auch den Blick auf die Kirche, man nimmt sie viel bewusster wahr“, ergänzt Michael Benthack vom Bauwerk.

Eine möglichst große Vielfalt in der Nutzung, auch um wirtschaftliche Sicherheit zu schaffen, war eine der Säulen des Konzeptes, das von den kbnk-Architekten umgesetzt wurde. So beherbergen die Häuser mit ihrer markanten hellen Backsteinfassade unter anderem 26 Wohnungen für ehemals wohnungslose Menschen, eine Pilgerherberge mit 60 Zimmern und elf Sozialwohnungen im 1. Förderweg für Haushalte mit geringem Einkommen. Zusätzlich haben dort eine Kita, eine Ausbildungsstätte für Ehrenamtliche im Krankenhaus, Büro- und Veranstaltungsräume, ein Café sowie Räumlichkeiten der Gemeinde Platz gefunden. 

Ansicht eines Gebäudes im Trinitatis-Quartier

Zugleich ging es dem Träger, dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/ Südholstein, darum, möglichst hochwertig zu bauen. „Wir haben versucht, einfache Bauten zu erstellen, die gut in Stand zu halten sind, robust und mit einer gewissen zeitlosen Gestaltung“, erläutert Benthack. Die Fassade mit ihren Eichenholzfenstern und Türen ist hochwertig, dafür wurde die Haustechnik auf das notwendige Maß reduziert. In den Treppenhäusern dominiert Basisbeton. Um die Vibrationen der nahen S-Bahn aufzufangen, sind die Baukörper schwingungsentkoppelt. Sie ruhen auf einer 80 Zentimeter starken Bodenplatte. 

„Eines ist klar“, sagt Benthack: „Ohne die Förderung wäre ein solches Quartier gar nicht denkbar. Das ist ein Instrument, das in Hamburg ausgesprochen gut funktioniert.“ Der Bau der Wohnungen für die wohnungslosen Menschen wurde aus dem Programm für Mietwohnungsneubau für vordringlich wohnungssuchende Haushalte unterstützt. Die Förderung umfasst zinsverbilligte Darlehen mit einem Anfangszinssatz von 1,0 Prozent, Baukostenzuschüsse sowie laufende Zuschüsse über einen Zeitraum von 40 Jahren. Die anfängliche Netto-Kaltmiete beträgt 7,25 Euro pro Quadratmeter, wie auch bei den Sozialwohnungen, die aus dem Programm für Mietwohnungsneubau im 1. Förderweg kofinanziert wurden. Auch die Hamburger Gründachförderung wurde für das Trinitatis Quartier in Anspruch genommen. Insgesamt flossen 1,6 Mio. Euro an Fördergeldern von der IFB Hamburg in das Quartier. 

Seit dem Sommer ist der Bau des Quartiers abgeschlossen, als Nächstes steht die Sanierung der denkmalgeschützten Hauptkirche St. Trinitatis an. Im Eingangsbereich der Kirche wird dann ein Objekt zu sehen sein, das an die vernichtende Kraft der Brandbomben im Zweiten Weltkrieg erinnert: eine Keramik, die die zusammengeschmolzenen Gegenstände aus einem Keller auf dem Gelände zeigt, der im Rahmen der Bauarbeiten freigelegt wurde.