LKWs von ECL stehen nebeneinander als Projektbild: Digitalisierung und CO2-Optimierung

Das ist das Mindestziel eines Projekts zur Digitalisierung und CO2-Optimierung des ECL Euro-Cargo-Logistik Kontors. Etwa 40 Prozent der Kosten des Vorhabens werden aus dem Programm Nachhaltige Logistik aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) getragen, geprüft und bewilligt von der IFB Hamburg.

Annabella Wu, Projektleitung und Leiterin Business Development bei ECL

Annabella Wu, Projektleitung und Leiterin Business Development bei ECL

Wenn Annabella Wu sich bei ihrem Arbeitgeber, aber auch in der Branche insgesamt umschaut, dann stellt sie fest: Es wird noch sehr viel ausgedruckt. Ob Lieferscheine, Dokumente für die Zollabwicklung oder Frachtbriefe – die Zettelwirtschaft ist weit verbreitet. Und so mancher Zettel wird verlegt oder geht ganz verloren, was die Arbeit verkompliziert. „Wir wollen“, beschreibt die Leiterin Business Development bei ECL Euro-Cargo-Logistik Kontor die Überlegungen zur Digitalisierung im Unternehmen, „unsere Prozesse optimieren, sie ressourcenschonender gestalten und unseren Kunden einen größeren Mehrwert bieten.“ Auf dem Weg zur digitalen Logistik muss eine neue Software her, aber die ist teuer. „Für einen Mittelständler wie uns ist so ein Investment kaum zu wuppen“, sagt Annabella Wu.

60 Mitarbeitende beschäftigt die familiengeführte Spedition, die 2004 als Zwei-Mann-Betrieb spezialisiert auf Zollabwicklungen gestartet ist. 2016 kam ein 21.000 Quadratmeter großes Grundstück im Hamburger Hafen hinzu, auf dem eine Halle mit mehr als 10.000 Quadratmeter Fläche errichtet wurde. Von dort wickelt das Unternehmen Transporte auf Land, See und per Luftfracht ab, auch mit einem eigenen Fuhrpark und einem weiteren Standort am Frankfurter Flughafen. 

Doch weiteres Wachstum ist keineswegs garantiert. „Wenn wir nicht mit der Zeit gehen, dann gehen wir“, ist Annabella Wu überzeugt. Bei der Recherche nach Unterstützung stieß das Unternehmen auf das Förderprogramm Nachhaltige Logistik durch digitale Lösungen der BWAI, das aus den Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird. Es fördert kleine und mittlere Unternehmen in der Logistikbranche bei Maßnahmen, die zur Verringerung der Emissionen um mindestens zehn Prozent führen, mit Zuschüssen von bis zu 300.000 Euro und 40 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Die Bewilligung, Prüfung und Auszahlung bei EFRE-finanzierten Projekten erfolgt durch die IFB Hamburg.

EU-Logo: Kofinanziert von der Europäischen Union

Ein Ziel des Vorhabens der Spedition ist die Reduktion des Papierverbrauchs durch die vollständige Digitalisierung der Transport- und Zolldokumente. „90 Prozent bekommen wir hin“, sagt Annabella Wu, die sich auch erhebliche Effizienzgewinne im Arbeitsalltag und eine Verbesserung der Services erwartet. Im Zentrum aber steht die Routenoptimierung etwa durch das Vermeiden von Leerfahrten, was zur Senkung des CO2-Ausstoßes um zehn Prozent führen soll. Teil des Pakts ist zudem die Schaffung der CO2-Transparenz für die Kunden. Bereits bei der Angebotserstellung sollen sie darauf hingewiesen werden, wieviel CO2 der geplante Transport verursachen wird – und auf mögliche klimafreundliche Optionen aufmerksam gemacht werden, die dafür womöglich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Derzeit ist die EU-weite Ausschreibung für den Kauf der Software in der Vorbereitung. Im Laufe des kommenden Jahres soll sie zum Einsatz kommen. „Wir werden vieles vereinfachen können“, ist sich Annabella Wu sicher. „Ich freue mich schon auf die neuen Möglichkeiten.“ 

Logo der Hamburger Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation (BWAI)