Die von der IFB Hamburg geförderte Modernisierung eines ihrer Gebäude in Bramfeld nutzte die Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Wandsbek eg (WGW) für eine besondere Aktion: die Errichtung einer Sonnenuhr in luftiger Höhe, geschaffen von Auszubildenden.
Der Ort ist exponiert, nicht nur aufgrund seiner Höhe von 25 Metern. Das Gebäude an der Bengelsdorfstraße in Bramfeld ist von Nord nach Süd ausgerichtet, der Südgiebel zeigt genau in Richtung U-Bahnlinie U1. Wer mit ihr in die Stadt fährt, blickt automatisch auf den Giebel. „Wir haben uns gesagt: Aus dieser Lage müssen wir etwas machen. Die Fläche darf nicht nur weiß sein“, erzählt Christine Stehr, Vorstandsvorsitzende der WGW.
So entstand die Idee einer Sonnenuhr. Statt Ziffern zeigt sie Grußformeln in verschiedenen Sprachen – von „Moin“ über „Dobar dan“ bis „Buonasera“ – mit denen Vorbeifahrende und Gäste begrüßt werden. Zugleich bilden sie die Vielfalt der Herkunft der Bewohnenden und der Mitarbeitenden aus den Betrieben ab, die für die WGW arbeiten. Doch damit nicht genug. „Bei der Planung haben wir gesagt, es wäre doch toll, wenn Auszubildende die Sonnenuhr erschaffen könnten. Wir wollen sie in ihrer Arbeit stärken, aber auch nach außen zeigen, wie wertvoll, abwechslungsreich und spannend ihre Arbeit ist“, so Christine Stehr.
Die Maler- und Lackiererinnung Hamburg sowie der Farben- und Lackhersteller Brillux unterstützten die Aktion. Sechs Malereibetriebe stellten Azubis ab, auch von der WGW war eine Auszubildende dabei. Zwei Wochen waren die Lehrlinge an der Fassade engagiert im Einsatz. Ein Metall-Azubi vollendet die „Sünnenklock am Sünnenhuus“, so ihr Titel, mit einem Sonnenstandsanzeiger.
Rund 3.300 Wohnungen hat die 1910 gegründete WGW in ihrem Bestand, der Klimaschutz und die Modernisierung ihres Wohnraumes ist für sie ein Kernthema. „Wir selbst haben weniger mit dem Fachkräftemangel zu tun, aber die Handwerksbetriebe, die wir beschäftigen, spüren ihn deutlich“, erzählt Christine Stehr, die sich für eine Ausbildung im Handwerk stark macht. „Wir müssen immer wieder zeigen, wie attraktiv das Handwerk ist. Ohne den
Nachwuchs werden wir die vor uns liegenden Modernisierungsarbeiten nicht
bewältigen können.“ Und die sind gewaltig, gerade im Baugewerbe.
Auch an der Bengelsdorfstraße 12-16 wird modernisiert. Unterstützt durch die IFB Hamburg erhalten 81 Wohnungen unter anderem neue Bäder, Fenster, Balkone und eine Wärmedämmung. Die Aufzüge werden ebenso erneuert wie die Eingangsbereiche. Wenn alles gut läuft und der Fachkräftemangel nicht dazwischenkommt, sollen die Arbeiten bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Sonnenuhr ist es schon, zur Begeisterung von Christine Stehr. „Das war eine einzigartige Aktion, für die ich allen Beteiligten danke.“