Weniger ist mehr

Den Holzverbrauch um knapp 80 Prozent reduziert, den Stromverbrauch um rund 40 Prozent: Für die Tischlerei Willi Curdt & Co. hat sich die von der IFB Hamburg unterstützte Investition in eine neuartige Fräsmaschine gelohnt, nicht nur wegen der Materialersparnis.

Brandschutzfenster und -türen aus Holz sind das Spezialgebiet der Tischlerei Willi Curdt aus Lohbrügge. Der 1948 gegründete Familienbetrieb, der in dritter Generation von Tischlermeister Eike Curdt gemeinsam mit Vater Rainer geführt wird und 25 Mitarbeiter beschäftigt, beliefert damit andere Tischlereien und baut sie auch ein. Er fertigt aber auch Möbel, Schränke oder Regale und ist oft im öffentlichen Auftrag unterwegs, etwa im Ausbau von Kindertagesstätten oder Schulen. „Neben dem Brandschutzbereich haben wir eine ganz normale Tischlersparte“, sagt Eike Curdt.

In den Räumen der Firma an der Straße Osterrade ist seit Februar 2018 eine Fräse in Betrieb von der Curdt sagt, dass sie mit ihr einen riesigen Sprung nach vorne gemacht haben. Nicht nur was den Energie- und Ressourcenverbrauch betrifft. Sondern auch, was die Qualität und Geschwindigkeit der Arbeiten angeht. Die mit modernster Steuerungstechnik ausgestatteten CNC-Maschine automatisiert einzelne Arbeitsgänge. „Wo wir Tischer früher lange überlegen mussten, das passiert heute wie von selbst.“

Die Vorgänger-Fräse stammte noch aus dem letzten Jahrhundert, sie war Baujahr 1995. Neben der Bearbeitungsqualität war insbesondere auch der hohe Ressourcenverbrauch ein Anlass, um sich Gedanken zu machen. Eine neue sollte her, soviel war klar. Curdt stieß auf ein Modell, das durch ein innovatives Eckverbindungsverfahren in der Holz-Fensterrahmenfertigung unter anderem eine deutliche Einsparung beim Holz- und Energieverbrauch ermöglicht. Über 500.000 Euro sollte sie kosten. „Ohne den Zuschuss der IFB Hamburg wäre die Anschaffung kaum möglich gewesen. Er war entscheidend für den Kauf.“

Unternehmen für Ressourcenschutz (UfR) heißt das Programm, mit dem die IFB Hamburg Investitionen unterstützt, die zu einem effizienteren Umgang mit Rohstoffen, Energie und Wasser sowie zu einer Verringerung der CO2-Emissionen führt. Die Förderung, die als Zuschuss gewährt wird, erfolgt als Festbetrag pro jährlich vermiedene Tonne an Material und CO2. Teil des Förderangebots sind verschiedene Technikchecks, mit denen etwa die Möglichkeiten zu Effizienzsteigerung analysiert werden.

So auch bei Willi Curdt. Rund 30.000 kWh pro Jahr, so ergab die Prüfung, spart die neue Fräse ein. Das entspricht im Vergleich zur alten Maschine einer Einsparung von 41 Prozent des Strombedarfs und einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um 16 Tonnen – und derEntlastung der Stromrechnung um 6.700 Euro. Der Holzbedarf reduziert sich um 10 Tonnen oder 79 Prozent, was eine Kostenersparnis von über 23.000 Euro bedeutet. Der Holzleimverbrauch konnte gar um 96 Prozent gesenkt werden. Daraus ergab sich insgesamt ein Zuschuss in Höhe von 58.170 Euro oder über mehr als 11 Prozent der Investitionssumme.

Außerdem konnte noch zusätzlich der zinsvergünstigte Klimaschutzkredit der IFB Hamburg in Anspruch genommen werden.

Im Durchschnitt acht Fenster pro Tag produziert die neue Fräse, innerhalb von 15 Jahren sollte sich die Investition amortisiert haben. Junior-Chef Eike Curdt, der sich auch für die Ausbildung im Handwerk engagiert und gemeinsam mit anderen Bergedorfer Jungunternehmen kürzlich ein „Praktikanten-Rondell“ entwickelt hat, das Schülern ermöglicht, während ihres Praktikums in drei statt in ein Unternehmen hineinschnuppern zu können, ist sich sicher: „Ihre Anschaffung war eine gute Entscheidung.“

Bildnachweise
Willi Curdt