Traditionen bewahren

Neue Perspektive für den alten Erbhof in Wilstorf: Wohnungen, in denen bis zu drei Generationen unter einem Dach leben.

Noch bis in die 1970er-Jahre gehörten Pferde in der Rönneburger Straße in Wilstorf zum Alltag. Sie waren Teil von Henkes Hof, deren Bewohner dort seit 1880 aktive Landwirtschaft betrieben. „Irgendwann war das nicht mehr möglich“, erzählt Margret Heißmann, geborene Henke und Erbin des Familienunternehmens. „Vieh macht Geräusche und verursacht Gerüche. Seit 1980 betreiben wir unseren landwirtschaftlichen Betrieb aktiv in Rönneburg weiter.“ Das ursprüngliche Gelände lag in den Folgejahren brach, das Gehöft verfiel. Investoren legten Konzepte vor, die nicht sinnvoll oder durchführbar waren, bis Familie Heißmann gemeinsam mit der SG Bau- und Immobilienvertriebs GmbH die Fäden in die Hand nahm. „Ich habe sehr an dem Hof gehangen, deswegen wollte ich dort etwas erschaffen, was die alten Traditionen unserer Familie fortführt“, erklärt Margret Heißmann.

Ende und Neuanfang

So entstand die Idee zu einem der heute größten Neubauprojekte im Bezirk Harburg. Mittlerweile befindet sich in zwei Mehrfamilienhäusern barrierefreier Wohnraum für Senioren und Familien. Von den insgesamt 75 Wohneinheiten sind 63 Wohneinheiten im sozialen Wohnungsbau errichtet worden. Die IFB Hamburg finanzierte das Projekt durch Kredite und Zuschüsse. „Bei einem Projekt dieser Größe trägt man sehr viel Verantwortung, und natürlich dreht es sich dabei um Summen, die uns als ‚normalen Menschen‘ Angst gemacht haben“, gesteht Margret Heißmann. „Aber die IFB Hamburg hat uns bei jedem Verfahrensschritt begleitet, sodass wir nach und nach hineingewachsen sind.“

Mit Stefan Heidtmann, Geschäftsführer des Bauträgers SG Bau- und Immobilienvertriebs GmbH, hatte Familie Heißmann einen weiteren starken Partner an der Seite, der nicht nur als Bauherr fungierte, sondern auf eine jahrelange Zusammenarbeit mit der IFB Hamburg zurückblicken kann. „Auf unserem Hof haben immer alle unter einem Dach gelebt. Deswegen freut es mich, dass wir dieses Konzept nun für andere ermöglichen konnten. In mein Elternhaus nebenan ist ein Pflegedienst gezogen, der sogar Palliativbetreuung anbietet“, so Margret Heißmann. „Wer möchte, kann bis zum Ende bleiben.“

Bildnachweise
Steven Haberland / IFB Hamburg