Gut angekommen!
Das Gründerteam David Nellessen, Hauke Windmüller und Michael Asshauer (von links)

Was ihnen gelungen ist, davon träumen viele Startups: der erfolgreiche Exit. Nach gerade einmal fünf Jahren haben die Gründer von Familonet ihre von der IFB Hamburg geförderte Ortungs-App an die Daimler-Tochter Moovel verkauft.

Eine Idee entwickeln zu können, sie zur Marktreife zu bringen, sich auf dem Markt durchzusetzen und irgendwann, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, sie in andere, kräftigere Hände zu geben – das streben die meisten Startups an. Nur die wenigsten schaffen das. Familonet hat es geschafft. „Ohne die Förderung durch die IFB Hamburg hätten wir unser Produkt womöglich gar nicht launchen können“, sagt Hauke Windmüller.

Der 31-Jährige ist neben Michael Asshauer und David Nellessen einer der Gründer der App. Sie basiert auf einer Botschaft, die Asshauers in Köln wohnende Großmutter ihrem in Hamburg studierenden Enkel nach seinen Besuchen mitzugeben pflegte: „Melde Dich, wenn Du gut angekommen bist!“ Das Trio entwickelte eine Ortungssoftware, Familienmitglieder werden benachrichtigt, wenn andere einen zuvor definierten Ort wie die Schule, Universität oder das Büro erreicht haben. Das soll nicht nur ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, sondern auch den Alltag erleichtern, etwa wenn ein Gruppenmitglied gerade im Supermarkt ist und noch die Lieblingsschokolade mitbringen soll. Ob man geortet werden will oder sich unsichtbar macht, kann jeder Nutzer selbst entscheiden.

2012 gründete sich Familonet, Mitte 2013 warben die Drei im Rahmen des Förderprogramms InnoRampUp, mit dem die IFB Hamburg technologiebasierte innovative Startups fördert, einen Zuschuss in Höhe von 150.000 Euro ein. „Die Förderung war extrem hilfreich. Sie kam genau zum richtigen Zeitpunkt als wir gerade dabei waren unseren ersten Prototypen zu entwickeln“, erzählt Hauke Windmöller. Ende des Jahres hatte die App die ersten 100.000 registrierten Nutzer.

Noch in einer anderen Hinsicht erwies sich die Förderung als wichtig: Sie schuf Vertrauen, auch bei privaten Geldgebern. „Wir konnten zeigen, dass wir das Geld gut einsetzen, dass unserer Pläne aufgehen“, sagt Windmöller. Als weiteres Ass im Ärmel für die weitere Finanzierung erwies sich der Innovationsstarter Fond mit dem die IFB Hamburg gegen eine Beteiligung Risikokapital zur Verfügung stellt. „Der Fond spiegelt das Investment von privaten Geldgebern, er legt nochmal dieselbe Summe drauf, was wiederum hilfreich war, diese zu überzeugen“, sagt Windmöller. Mit insgesamt 580.000 Euro stieg der Fond ein.

Familonet expandierte. Auf 14 Mitarbeiter wuchs das Team an, in 16 Sprachen wurde die App übersetzt, die inzwischen zwei Millionen Nutzer zählt. 2016 wurde sie als eine der „Besten Apps 2016“ im Google-Play-Store ausgezeichnet, sie war Teil des „Business Incubation Centres“ der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA. In ihrem Zentrum steht eine Ortungstechnologie, „Geofencing“ genannt, die Familonet als weiterer Geschäftsbereich im Lizenzverfahren auch anderen Unternehmen anbot.

„Unsere Lokalisierungstechnologie ist extrem genau, von hoher Zuverlässigkeit und verbraucht nur wenig Strom“, sagt Windmöller. Sie war es auch, die das Interesse von Moovel weckte. Im Sommer 2017, fünf Jahre nach der Gründung, war es soweit – die Daimler-Tochter, spezialisiert auf App-Lösungen im Bereich urbane Mobilität mit Angeboten wie Car2Go und MyTaxi, übernahm Familonet. „Als wir beim Notar saßen, war das schon ein emotionaler Moment“, erinnert sich Windmöller. Vom Exit ist er nach wie vor überzeugt: „Wir können bei Moovel Mobilität mitgestalten. Das fühlt sich richtig gut an.“

Auch für den Innovationsstarter Fonds ist der Exit ein schöner Erfolg, denn die durch den Verkauf der Beteiligung erzielten Gelder können nun anderen Startups zur Verfügung gestellt werden.

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