50 Prozent weniger Energie

Wie ein Gebäude der 1970er-Jahre eine neue Identität erhalten kann, zeigt das Beispiel Wohnanlage Beerenhöhe eindrucksvoll. Nach der Modernisierung kommen die Bewohner wieder gern nach Hause.

Verwinkelt, Vor- und Rücksprünge sowohl an den Fassaden als auch in den Dächern, so präsentierte sich die von starker Hanglage geprägte Wohnanlage der Wohnungsbaugenossenschaft Gartenstadt Wandsbek (WGW) in den Harburger Bergen. Hinten hui, mit unverbautem Blick in die Umgebung, vorn pfui, weil eine natürliche Belichtung von der Eingangsseite für die tiefer gelegenen Geschosse nicht möglich war. „Auf dem Weg zur eigenen Wohnung fühlte sich mancher wie im Keller“, so Christine Stehr, Vorstandsvorsitzende der WGW. Heute wirkt der Gebäudekomplex einladend, ansprechend, heimelig.

Ab 2011 wurden die Weichen für eine energieeffiziente und moderne Sanierung der Wohnanlage gestellt. Die Mitglieder wurden einbezogen und konnten Ideen einbringen. Auf dieser Grundlage nahm das Architekturbüro Huke-Schubert Berge die Planung vor. Vorrangiges Ziel: die Steigerung der Energieeffizienz.

Energieeffizient, modern und barrierefrei 

Das Vorhaben unterstützte die IFB Hamburg mit Zuschüssen aus dem Programm für die energetische Modernisierung von  Mietwohngebäude (Mod. A). Durch eine zeitgemäße Wärmedämmung der Fassade und Erneuerung von Fenstern, Türen und Heizungsanlage sowie Einsatz von regenerativer Energie können nun 56 Prozent des Jahresprimärenergiebedarfs eingespart werden. Aber nicht nur energetisch wurde viel erreicht: Ein modernes Farbkonzept schafft zugleich eine freundliche und moderne Umgebung. 

 

Das architektonische Herzstück der Modernisierungsmaßnahmen bildet allerdings die barrierefreie Neugestaltung der Eingangsbereiche. So wurde beispielsweise der Hauseingang auf ebenerdiges Niveau verlegt und durch eine Brücke erschlossen. Nun ist der Bereich offen, zugänglich und stellt zudem keine Barriere mehr dar. Zugleich wurden die Treppenhäuser und Laubengänge farblich neu gestaltet, was zu einer Neuordnung der inneren Gebäudestruktur führte. „Wir wollten das Gebäude nicht nur energetisch sanieren, sondern insgesamt zukunftsfähig machen“ bringt es Christine Stehr auf den Punkt. „Die komplette Wohnanlage hat eine ganz neue Identität bekommen.“

Bildnachweise
Steven Haberland / IFB Hamburg