Details

Schnelle und unbürokratische Hilfe für G20-Opfer

Kurzentschlossen legten Bund und Stadt nach den Ausschreitungen beim G20-Gipfel im Juli 2017 einen Härtefallfonds auf, der den Betroffenen unbürokratisch helfen sollte. Mit der IFB Hamburg wurde ein Partner gefunden, der schnell und zuverlässig die Abwicklung übernehmen konnte.

„Wir haben innerhalb weniger Tage die Rahmenbedingungen für die Unterstützung klären können und ein einsatzfähiges Team aufgestellt“, erklärt Ilka Stallmann, mit dem Projekt betraute Beraterin bei der IFB Hamburg. „Wir wollten schnelle Hilfe leisten, um die Betroffenen zu unterstützen.“ Fünf Mitarbeiter standen für Anfragen zur Verfügung. „Sobald ein Antrag vorlag, haben wir in der Regel noch am gleichen Tag Kontakt aufgenommen, um die Details zum Schaden und das weitere Vorgehen zu klären“, erklärt die Teamleiterin. „In Notsituationen wären wir sogar umgehend in Vorleistung gegangen.“

Schäden ersetzen, für die kein Versicherungsschutz bestand
Der Härtefallfonds war darauf ausgelegt, nicht versicherte Sachschäden sowie Entsorgungskosten zu begleichen, die durch Straftaten im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel entstanden waren. „Es ging in erster Linie um Bürgerinnen und Bürger, deren nicht versichertes Auto angezündet, bei denen Fensterscheiben zerschlagen und Läden verwüstet wurden“, so Stallmann. „Wir haben hierzu eng mit der Polizei zusammengearbeitet, um sicherzustellen, dass es bei den gemeldeten Schäden auch einen Bezug zu G20 gegeben hatte.“

Die Kooperation mit den Versicherungen lief ebenfalls gut. „Oft standen wir in direktem Austausch mit ihnen, um kurzfristig zu klären, ob die gemeldeten Schäden abgesichert waren oder nicht“, erklärt die Expertin. In den meisten Fällen wurde der Großteil des Schadens durch die Versicherung übernommen. Durch den Fonds wurden dann ergänzend Höherstufungen bei Versicherungen ausgeglichen und Selbstbeteiligungen bezahlt. „Häufig übernahm die IFB Hamburg auch die Reparatur von Dellen und Lackschäden am PKW – etwa in Fällen, in denen die Teilkaskoversicherung nicht zahlte oder der Geschädigte nur eine Haftpflichtversicherung hatte.“

Unter dem Strich ein einstelliger Millionen-Euro-Betrag
364 Anträge gingen bei der IFB Hamburg ein, von denen 57 abgelehnt wurden, weil die Schäden beispielsweise nicht während des G20-Gipfels entstanden waren. Über 95 % der Schäden sind reguliert. Alle Schäden von Privatpersonen sind beglichen worden. Einige wenige Antragsteller konnten den Schadensfall noch nicht abschließend mit ihrer Versicherung klären. Der kleinste Schaden, der ersetzt wurde, betrug 30 Euro, der größte lag bei 60.000 Euro. Bis Ende Juni 2018 sind aus dem Härtefallfonds 856.000 Euro zum Ausgleich von Gebäudeschäden, beschädigte Autos und für sonstige Schäden, bei denen es sich etwa um Fahrräder oder nicht versicherte persönliche Besitzgegenstände aus Fahrzeugen handelte, geflossen.