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DESY und IFB Hamburg bündeln Kräfte für mehr Innovation

Gute Ideen brauchen Unterstützung, wenn sie Realität werden sollen.

Im Auftrag des Senats bietet die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) entsprechende Förderangebote für innovative Ideen und arbeitet im Hochtechnologie-Bereich ab sofort eng mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY zusammen. Ziel der neuen Partnerschaft ist es, den Technologie- und Wissenstransfer von der Forschung in die Wirtschaft zu optimieren und mehr technologierbasierte Start-Ups zu fördern.

Mit DESY als renommierter Hochtechnologie-Forschungseinrichtung und der IFB Hamburg als zentralem Förderinstitut der Stadt haben sich zwei Partner gefunden, deren Ressourcen sich optimal ergänzen: DESY erschließt über vielseitige Forschungsprojekte, beispielsweise in der Struktur- und Materialforschung oder auch in der Weiterentwicklung von Beschleuniger- und Detektortechnologien, ein großes Potenzial innovativer Ideen. Die IFB Hamburg bietet die entsprechende Expertise in Gründungs- und Finanzierungsfragen. Gemeinsam wollen die Partner das Beratungsangebot für Technologiefirmen gezielt ausbauen und Synergien in der Förderung nutzen. „Indem DESY und IFB Hamburg sich frühzeitig gemeinsam engagieren, können wir den Weg von der Idee zum Produkt nachhaltig verkürzen und durch die Bündelung unserer Kräfte eine einmalige Förderkulisse für Hamburg als Innovationsstandort schaffen“, betont Ralf Sommer, Vorstandsvorsitzender der IFB Hamburg.

„Um Hamburg als Innovationsstandort weiter auszubauen, ist eine gezielte Förderung neuer Ideen entscheidend. Dabei geht es auch um Hilfestellung bei der Überführung von zukunftsweisenden Forschungsergebnissen in die Wirtschaft. Die IFB Hamburg unterstützt daher sowohl Ausgründungen von technologiebasierten Start-Ups als auch Forschungsprojekte etablierter Unternehmen in Kooperation mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen“, erläutert Martin Jung, Leiter der Innovationsagentur der IFB Hamburg. Neben den Programmen InnoRampUp (Zuschuss) und Innovationsstarter Fonds (Beteiligung), die gezielt Gründer ansprechen, bietet die IFB Hamburg mit dem Programm PROFI Transfer Plus (Zuschuss) und dem Hamburg-Kredit Innovation auch finanzielle Anreize für innovative Vorhaben in bestehenden Unternehmen an. 2017 flossen so über 13 Mio. Euro in die Innovationsförderung. Rund 50 Start-Ups und bestehende Unternehmen aus der Region nahmen die verschiedenen Angebote in Anspruch.

Spitzentechnologie für den Fortschritt
DESY setzt sich dafür ein, Spitzenforschung, Hochtechnologie und industrielle Forschung besser zu vernetzen. Schon heute bietet das Forschungszentrum Industrieunternehmen einen einfachen Zugang zu seiner weltweit einmaligen Forschungsinfrastruktur. Von dieser Möglichkeit sollen künftig auch verstärkt Start-Ups und Jungunternehmen profitieren. „Technologischer Fortschritt und Digitalisierung schaffen eine hohe Dynamik, die neue Allianzen zwischen Forschung, öffentlicher Hand und Privatwirtschaft erfordert“, erläutert Dr. Arik Willner, Chief Technology Officer bei DESY, das Engagement des Forschungszentrums. Neben Innovationsdienstleistungen und der industriellen Nutzbarmachung bei DESY entwickelter Technologien, sieht sich DESY auch als Teil der Gründerszene. So fördert das Forschungszentrum Unternehmensgründungen und Ausgründungen für Produkte und Dienstleistungen und bietet mit seinem im Aufbau befindlichen Inkubator Start-Ups und Unternehmen im High-Tech-Bereich ein attraktives Umfeld. Das von der Stadt Hamburg finanzierte und in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg ins Leben gerufene Gründerzentrum soll Büros und Laborflächen genau denjenigen Unternehmen bieten, die Wissens- und Technologietransfer umsetzen. Hieraus sollen mittel- und langfristig weitere Kooperationsprojekte zwischen DESY und der IFB entstehen.

Erste Erfolge
Der Beschluss, die bisherige Arbeit von DESY und IFB Hamburg im Bereich Wissenstransfer nun auf eine partnerschaftliche Grundlage zu stellen, kommt nicht von ungefähr: Gemeinsam haben beide Einrichtungen bereits Erfolge erzielt. Das zeigt sich zum Beispiel in der DESY-Ausgründung Class 5 Photonics GmbH. Das Unternehmen stellt Ultrakurzpulslaser her, die von der Automobilindustrie bis zur Medizintechnik in vielen Branchen zum Einsatz kommen können. Ingenieure und Physiker von DESY haben die Forschungsgrundlagen und das Patent bei DESY und am Helmholtz-Institut Jena erarbeitet und sich dann 2014 mithilfe der Zuschüsse aus dem städtischen InnoRampUp-Programm der IFB selbstständig gemacht. Der erfolgreiche Wissenstransfer im Fall von Class 5 Photonics bestätigt sich einmal mehr mit dem Sieg bei den Prism Awards 2018. Der Hamburger Laserspezialist erhielt die Auszeichnung, die im Rahmen der Leitmesse SPIE Photonics West Tradeshow im Januar in San Francisco verliehen wurde, für sein Produkt „SuperNova OPCPA“ in der Kategorie Laser. „Class 5 Photonics ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir mit gemeinsamen Kräften Hamburger Unternehmen nach vorne bringen können. Daher steht das Themenfeld Innovation und Technologietransfer für DESY auch künftig weit oben auf der Agenda“, so Willner.

X-Spectrum, eine weitere DESY-Ausgründung, die ebenfalls im Rahmen des InnoRampUp-Programms eine Förderung der IFB erhielt, ist auf die Produktion und den Vertrieb von Röntgenkameras spezialisiert. High-Tech-Detektoren werden bei Experimenten an Synchrotronen wie dem DESY und anderen Forschungsinstituten eingesetzt. X-Spectrum nutzte die Förderung, um die Produktentwicklung voranzutreiben und sein Sensor-Modell LAMBDA auf Cadmiumtellurid-Basis zur Marktreife zu bringen. Mithilfe dieser handlichen Detektoren lassen sich neue Anwendungen insbesondere im Bereich der Materialforschung oder Medizintechnik erschließen. Sie  können für sehr hohe Röntgenenergie eingesetzt werden, was zu einem verbesserten Durchdringungsvermögen der Röntgenstrahlen führt.

DESY und IFB Hamburg haben gezeigt, dass auch Start-Ups in der Hochtechnologie erfolgreich sein können, wenn Forschungs-, Beratungs- und Förderkulisse einander sinnvoll ergänzen.

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