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Änderungen in der Wohnungsbauförderung 2017

Neue Förderrichtlinien stehen zum Download bereiten

Der Senat hat sich bekanntlich das ambitionierte Ziel gesetzt, die Wohnungsbautätigkeit weiter zu steigern, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Jährlich soll der Bau von 10.000 Wohnungen ermöglicht werden. 3.000 davon sollen geförderte Mietwohnungen sein. Die Wohnraumförderung für die nächsten beiden Jahre ist daher konsequent angepasst worden: Damit erhöhen sich ab sofort die Programmzahlen von 2.000 auf 3.000 Wohnungen pro Jahr und machen damit mehr geförderten Mietwohnungsneubau mit Mietpreis- und Belegungsbindungen in Hamburg möglich. Diese Erhöhung um 1.000 Wohnungen wurde im 1. Förderweg vorgenommen.

Erhöhung der Wohnungsbauförderung 2017

Dies ist auch im Hamburger Haushalt eingeplant. 2017 stellt Hamburg für den Zins- und Verlustausgleich der Investitions- und Förderbank 139 Millionen Euro bereit, in 2018 werden es 155 Mio. Euro sein. Die Programmzahl von 3.000 geförderten Mietwohnungen spiegelt sich im ansteigenden Förderbarwert von 175 Mio. Euro auf 245 Mio. Euro wieder.
Darüber hinaus wird die Förderung von Modernisierungen in gewohnter Weise fortgesetzt, es stehen insgesamt Mittel für die Modernisierung von jährlich mindestens 6.000 Wohnungen bereit.

Neuerungen in der Förderung

Die Wohnungsbauförderung wird auch in diesem Jahr weiterentwickelt. Neben einer pauschalen Erhöhung der Förderung um 2%, um steigende Baukosten rechtzeitig in der Förderung zu antizipieren, gibt es weitere Neuerungen:
Im geförderten Mietwohnungsneubau im ersten Förderweg wurde die Obergrenze für die monatliche Anfangsmiete um 10 Cent auf 6,40 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche netto-kalt angehoben. Im 2. Förderweg stieg die Anfangsmiete ebenfalls um 10 Cent auf 8,50 Euro.

Neue Förderangebote bei Wohnungen für besondere Zielgruppen

Die Möglichkeiten der Schaffung von WA-gebundenem Wohnraum wurden ausgeweitet. Es gibt nun eine zusätzliche neue Förderrichtlinie für Objekte mit 100% WA-Bindungen unter dem Titel „Neubau von Mietwohnungen für vordringlich wohnungsuchende Haushalte“. Ein hoher Aufwendungszuschuss zwischen 4,10 und 5,20 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und Monat, je nach Grundstückswert und Größe des Bauvorhabens, hilft, solche besonders sozialen Vorhaben zu realisieren. Die Bindungsdauer beträgt regelhaft 40 Jahre.

Eine Förderung von WA-Wohnungen wie bisher über die Richtlinie „Neubau von Mietwohnungen 1. Förderweg“ mit einem Zuschuss zur normalen Förderung von 0,50 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche netto-kalt für eingestreuten WA-gebundenen Wohnraum bleibt weiterhin möglich.

Bisher wurden Wohngemeinschaften nur bei besonderen Wohnformen, Studierenden, Auszubildenden und Baugemeinschaften gefördert. Um grundsätzlich allen wohnberechtigten Zielgruppen das Wohnen in Wohngemeinschaften zu ermöglichen, wird in der Neubauförderung im 1. und 2. Förderweg zukünftig diese Wohnform nicht mehr auf bestimmte Personengruppen beschränkt. 

Änderungen beim Bau von barrierefreien Wohnungen

Bei der Festlegung von Belegungsbindungen für barrierefreie Wohnungen wird keine Unterscheidung mehr zwischen barrierefreien Wohnungen im Allgemeinen und barrierefreien Seniorenwohnungen für Wohnungsuchende ab 60 Jahren vorgenommen. Im Interesse einer größeren Flexibilität und eines bedarfsgerechteren Angebots an barrierefreiem Wohnraum auch für jüngere Menschen mit Behinderung entfällt diese Differenzierung jetzt auch für den geförderten Wohnungsbestand.

Seit der Einführung der verpflichtenden barrierereduzierten Grundausstattung in der Mietwohnungsneubauförderung im Jahr 2015 hat sich in der Praxis gezeigt, dass der Schwellenwert hierfür etwas angehoben werden sollte. Bei Bauvorhaben wird die barrierereduzierte Grundausstattung zusätzlich zur Zahl von drei Geschossen nunmehr erst ab zehn Wohnungen verpflichtend. 

Nachhaltiges und energiesparendes Bauen und Modernisieren

Bei der Förderung des Mietwohnungsneubaus wurde ein neuer optionaler Förderbaustein bei der Verwendung von Holz als Baustoff entwickelt. Der Einsatz von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen in der Gebäude-Konstruktion wird nun in einem zunächst auf zwei Jahre befristeten Pilotprojekt mit 30 Cent je Kilogramm Holzprodukt gefördert. 

In der Modernisierungsförderung für Mietwohnungen wird ein weiterer optionaler energetischer Standard eingeführt. Zwischen dem IFB-Effizienzhaus 40 und dem IFB-Effizienzhaus 70 wird nun auch das IFB-Effizienzhaus 55 im Bestand gefördert: Im Modernisierungsprogramm A mit 35,4 Cent pro eingesparter kWh/a (53 Cent mit anschließender Mietpreisbindung) und im Modernisierungsprogramm B mit Zuschüssen bis zu 232 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche (40% der förderfähigen Kosten). Diese Förderung ist mit der entsprechenden KfW-Förderung des 55er Standards im Bestand kombinierbar. 

Für Ihre Fragen stehen Ihnen die Berater der IFB Hamburg gerne zur Verfügung!

Download der neuen Förderrichtlinien.