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Neue Wege in der sozialen Wohnungsversorgung

Förderprogramm zum Ankauf von sozialen Belegungsbindungen gestartet

Hamburg geht neue Wege in der sozialen Wohnungsversorgung. Am 02.11.2009 startete das im Wohnungsbauentwicklungsplan angekündigte Förderprogramm zum Ankauf von sozialen Belegungsbindungen bei Wohnungen.

Damit soll dem Auslaufen von bestehenden Bindungen entgegen gewirkt und die Wohnungsversorgung von Menschen mit besonderen Problemen am Wohnungsmarkt verbessert werden. Bis zum Jahresende stehen Fördermittel von 1,5 Millionen Euro für 100 Wohnungen zur Verfügung.

Staatsrat Stephan Hugo Winters: "Wir brauchen nicht nur mehr neu gebaute preiswerte Wohnungen, wir wollen auch vorhandene Wohnungen besser für Menschen zugänglich machen, die sonst kaum eine Chance auf dem Wohnungsmarkt haben. Das Förderprogramm bietet Anreize für Wohnungseigentümer, ihre Wohnungen auch für soziale Ziele zur Verfügung zu stellen und erleichtert den vielen engagierten Trägern die Wohnungsvermittlung. Mit dem jetzt angelaufenen Projekt sollen erste Erfahrungen gesammelt werden. Wenn es erfolgreich läuft, wollen wir es ausweiten - auch vor dem Hintergrund auslaufender Bindungen im Sozialwohnungsbestand ist dies wichtig."

Wie funktioniert das neue Programm?

Das Programm soll möglichst unbürokratisch gestaltet werden. Die Förderrichtlinie richtet sich dabei an alle Wohnungseigentümer und an die Träger, Vereine, Verbände und sozialen Institutionen in Hamburg, die damit befasst sind, die Integration ihrer Zielgruppen in eigenen Wohnraum zu unterstützen.

Konkret erwirbt das zuständige Bezirksamt durch Gewährung eines einmaligen Zuschusses von 15.000 Euro für den Vermieter von diesem das Recht, für die Wohnung einen Belegungsvorschlag zu machen. Das Mietverhältnis mit der integrationsbedürftigen Person muss mindestens ein Jahr dauern. Die Mietbindung orientiert sich am Mittelwert des entsprechenden Mietenspiegelfeldes für eine Zeit von zehn Jahren. Abgeschlossen werden Hamburger Standardmietverträge. Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt in zwei Raten: Die erste Hälfte nach Bezug der Wohnung, der Rest nach einem Jahr. Details sind einer Förderrichtlinie der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt zu entnehmen, die ab der nächsten Woche auf der Homepage www.wk-hamburg.de zum Download zur Verfügung steht.

Wer sind die Zielgruppen?

Zielgruppen mit besonderem Integrationsbedarf sind gemäß der Förderrichtlinie insbesondere:

  • Menschen mit psychischen Erkrankungen und seelischen Behinderungen sowie Menschen mit Behinderungen, die ambulant betreut in der eigenen Wohnung leben möchten. 
      
  • Menschen, die aus stationären Einrichtungen kommen - insbesondere Personen, die stationäre Leistungen nach §§ 67/68 SGB XII (Hilfen zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten) erhalten haben - und nach erfolgreichem Abschluss der Maßnahme nunmehr in eigenen Wohnraum ziehen können. 
      
  • Unterstützungsbedürftige Jungerwachsene in der Regel unter 25 Jahre, die zum Teil noch in öffentlicher Unterbringung oder in betreuten Jugendwohnungen wohnen und dringend auf Integration in eigenen Wohnraum angewiesen sind.
      

Für die Belegungsvorschläge aus diesen Zielgruppen entwickeln die mit der Betreuung der genannten Zielgruppen befassten Träger Bewerberpools, aus denen dann die Benennung für die angebotenen Wohnungen durch das Bezirksamt erfolgen kann.

Download: Pressemeldung der BSU (57 kB)